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Medizintechnisches Zentrum
Im Auftrag der Stadt Wien, MA 21A - Stadtteilplanung und Flächennutzung Innen - West wurde im Jahr 1997 eine Studie
für zukünftige Nutzungsmöglichkeiten für die Gebäude und Grundstücke der ehemaligen Poliklinik erarbeitet, in die auch die Zielvorstellungen der Bezirksentwicklung einflossen. Auf dieser Basis wurde der
Entwurf für die neue Flächenwidmung erstellt, der als auffallendsten Inhalt die gegenständlichen Grundstücke betreffend einen großzügigen öffentlichen Durchgang in den Park enthält. Dieser Durchgang sichert
laut Bezirksentwicklungsplanung einen Grünzug vom Gürtel über Zimmermannplatz, Schulzentrum Gilgegasse, ÖBB Park, Park der ehemaligen Poliklinik bis zum Gelände des Alten AKH.
Die Projektstudie Medizintechnisches Zentrum Pelikangasse zeigt die Konzeption eines Medizintechnischen Zentrums mit
Büro- und Gewerbeflächen.
Das Erdgeschoss des Medizintechnischen Zentrums Pelikangasse ist gestalterisch geprägt durch den großzügigen
öffentlichen Durchgang zum Park der ehemaligen Poliklinik im Blockinneren einerseits und andererseits durch die Anordnung von öffentlichen beziehungsweise halböffentlichen Funktionsbereichen wie Cafe und
Veranstaltungsräumlichkeiten im Gebäude selbst.
Das Anordnen eines öffentlich zugänglichen transparenten Cafes am öffentlichen Durchgang macht diesen optisch noch
breiter und ermöglicht einen großzügigen Durchblick zum öffentlichen Park. Das Cafe kann Teile des Durchgangs und des Gartens für Sitzen im Freien benützen. Das Cafe übernimmt die Funktionen der Versorgung
der Mieter des Medizintechnischen Zentrums für Geschäftsessen, Besprechungen bis hin zum Betreuen von halböffentlichen oder öffentlichen Veranstaltungen. Die Versorgungsbereiche Küche, Lager und Buffet / Bar
sollen in Form nicht raumhoher hineingestellter Boxen gestaltet werden und sind damit auch flexibel für eine kostengünstige Umgestaltung bei Funktions- oder Mieterwechsel. Eine gemeinsame WC Gruppe für
Seminarbereich und Cafe soll die Flächennutzung optimieren.
Der Haupteingang, die Kommunikationszone des Foyers und der Halle und die parkseitig angeordneten zusammenlegbaren
Seminarräume des Medizintechnischen Zentrums sollen auch für Veranstaltungen genützt werden und möglichst transparent nach außen zur Pelikangasse und zum öffentlichen Park gestaltet werden.
Im Lazarettgassentrakt sind vermietbare Einheiten angeordnet, für die die Aussagen über Versorgungsflächen und
Flexibilität auch im Kapitel Obergeschosse getroffen werden. Zur Lazarettgasse und im Eckbereich zur Pelikangasse können auch beschränkt Auslagenflächen zum Beispiel eines eingemieteten Medizintechnischen
Produktionsbetriebes angeordnet werden.
Die Erschließung der Obergeschosse des Medizintechnischen Zentrums erfolgt durch zwei Stiegenhäuser. Das
Hauptstiegenhaus liegt direkt am Foyer und ist mit einem rollstuhl- und palettengeeigneten Lift kombiniert, der auch die Verbindung zum Garagengeschoss mit eventueller Anlieferungsmöglichkeit darstellt.
Dieses Hauptstiegenhaus erschließt den höheren Trakt Lazarettgasse. Das zweite Stiegenhaus ermöglicht kurze Wege innerhalb des Traktes Pelikangasse.
Die Obergeschosse sind auf einem Grundkonstruktionsraster von acht mal sieben Metern aufgebaut. Die Nutzung der
vermieteten Flächen in den Obergeschossen wird hauptsächlich Büronutzung sein. Für gewerbliche Nutzung, zum Beispiel Produktion oder Vertrieb und Service von elektronischen Diagnose- und Messgeräten oder etwa
Herstellung diverser medizintechnischer bis orthopädischer Kleingeräte, kann von der gleichen architektonischen Grundkonzeption der vermietbaren Einheiten ausgegangen werden.
Die kleinste vermietbare Einheit hat eine Nutzfläche von etwa 22 Quadratmetern ohne Versorgungsfläche. Dies ist die
Fläche eines Raumes ohne Versorgungsboxen, die in diesem Fall vom Mieter gemeinsam mit anderen Mietern von Kleineinheiten gemeinsam vom Erschließungsgang aus benützt werden.
Die nächstgrößeren möglichen Einheiten, entweder exklusive oder inklusive der Fläche einer Versorgungsbox, haben
eine Fläche von etwa 30 beziehungsweise 39 Quadratmetern. Durch das Kombinieren von Mieteinheiten und Versorgungsboxen ist eine große Anzahl von Flächenvarianten möglich. Auf die Bedürfnisse unterschiedlicher
Mieter kann flexibel reagiert werden.
In den Plänen Nutzungsvarianten sind farbig differenziert einige mögliche Kombinationen unterschiedlich großer
Mieteinheiten dargestellt. Von der kleinster Einheit ausgehend sind zahlreiche Varianten denkbar. Die dargestellte Variante - große Einheiten - ermöglicht natürlich auch das Zusammenlegen mehrerer Geschosse mit
zusätzlicher interner Stiege.
Die Versorgungsflächen der einzelnen Geschosse sind gestalterisch in Form von nicht raumhohen hineingestellten
Versorgungsboxen mit Oberlichtstreifen zum Erschließungsgang und zu den Mietflächen ausgeführt.
Eine vordefinierte Anzahl und die optimierte Lage von vertikalen Versorgungsschächten ermöglicht die Anordnung von
verschiedenen Modulen von Versorgungsboxen. Diese Boxen können ausgestaltet sein als WC-Gruppe, als Teeküche, als Kopierraum, als Dunkelkammer oder Labor, als Lager oder Archivraum oder sonstige von einem Mieter
gewünschte Funktionseinheit.
Diese verschiedenen Funktionsmodule können entweder allgemein nutzbar vom Gang erschlossen angeordnet werden oder sie
werden direkt einer vermieteten Einheit zugeordnet.
Die Versorgungsboxen beziehungsweise Module können in einer minimal erforderlichen Anzahl von Anfang an errichtet
werden, je nach Mieterwunsch ergänzt werden und durch die Leichtbauweise bedingt auch bei Zusammenlegen kleinerer Einheiten oder Mieterwechsel ohne großen baulichen Aufwand wieder entfernt werden. Als eine
Art Baukasten sollen diese Module aus vorgeplanten Wand- und Oberlichtelementen bestehen, die ohne zusätzlichen Planungsaufwand jederzeit nachbestellt, umgebaut oder entfernt werden können.
Der Plan Versorgungsboxen zeigt ein Regelgeschoss mit einer möglichen Ausführung der Module und einer Unterscheidung
in allgemein nutzbare und in den Mieteinheiten direkt zugeordnete Module.
Die Tragkonstruktion des Gebäudes baut auf einem modularen Raster auf. Im Allgemeinen sind unterzugslose Plattendecken
geplant. Die Auflagerungen sollen in den meisten Bereichen punktgelagert auf Stützen erfolgen und teilweise auf Wandscheiben zur Aussteifung. Die unterzugsfreien Decken erfordern nur einen einfachen,
kostengünstigen Schalungsaufwand mit geringen Abänderungen zwischen den Bauteilen sowie kurzen Umsetzzeiten. Die Variabilität und Flexibilität in der Raumaufteilung ist so am besten erzielbar. Die Positionierung
von Zwischenwänden muss sich nicht nach Unterzügen richten, abgehängte Decken sind nicht nötig.
Die haustechnische Versorgung der einzelnen Geschosse - Wasser, Abwasser, Lüftung, Elektrohauptverteilung - erfolgt
mit vorbestimmten vertikalen Schächten. Nur an diesen Schächten können die vorher beschriebenen Versorgungsboxen verschiedenster Ausstattung angeschlossen werden. Die Notwendigkeit einer Zu- und Abluftanlage kann
erst nach genauerer Definition der Mieteranforderungen festgestellt werden. Auch diese Versorgung soll an den wenigen Schächten angeschlossen sein. Die Situierung von Lüftungsgeräten kann am Dach des Traktes
Pelikangasse erfolgen.
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