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Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe - Otto Wagner Spital - Umbau Pavillon 9 - Geriatrische Abteilung
Aufgabe des Architektenwettbewerbes und der folgenden Realisierung war für das Areal der denkmalgeschützten und
europaweit bedeutendsten historischen Krankenhausanlage mit Pavillonsystem nach dem Lageplan und mit der Kirche von Otto Wagner die Entwicklung einer Typologie zur Transformierung der um 1907 errichteten Gebäude
mit Schlafsälen in ein zeitgemäßes Krankenhaus mit humanem Milieu und modernen Zimmereinheiten samt Sanitäreinrichtungen.
In den beiden Hauptgeschossen befinden sich zwei geriatrische Stationen, geteilt in jeweils zwei Pflegegruppen. Das
Gartengeschoss und das Dachgeschoss werden therapeutisch genützt. Der Gebäudeeingang wird durch einen Vorbau aus einer Stahl-Glaskonstruktion ergänzt und so eine kleine Halle geschaffen, die einen gleichwertigen
Zugang zur Stiege und zum für viele Patienten nötigen Lift ermöglicht.
Auf den Stationsebenen wird ein für Treppen- und Liftbenutzer gemeinsamer Eingangsbereich geschaffen. Der
Stationsbereich ist für zwei Patientengruppen organisiert. In therapeutischer Absicht sollen die Patienten ihr Zimmer tagsüber verlassen. Es muss daher der gestalterischen Aufwertung des Ganges und der
Tagräume besonderes Gewicht gegeben werden. Der Gang ist die „Straße“ des Hauses, an der sich alle Zimmer, die Tagräume und der Pflegestützpunkt zeigen und gestalterisch unverwechselbare Orte
ausweisen.
Der ganztägig besonnte Stützpunkt mit Büro Leitung, Arbeitsraum und Personalraum liegt in der Mitte des Südteils
des Gebäudes gegenüber dem Stationseingang. Dies ermöglicht eine gute Kontrolle des Eingangs und des Gangbereiches mit gleichzeitigem Sichtkontakt in den südlichen Gartenbereich. Die Tagräume an den
Seitenflügeln am Ost- und Westende des Gebäudes dienen als Aufenthaltsraum und Esszimmer je einer Patientengruppe von 12 Personen. Die Patientenzimmer werden nach Süden angeordnet. Es sind pro Station 24 Betten
in Zweibett- und Vierbettzimmern untergebracht. Den Patientenzimmern werden behindertengerechte Sanitärzellen zugeordnet.
Die große Bettenanzahl der Pflegestationen und die vorhandene Gebäudegröße erfordert ein Entfernen der Mittelmauer
und deren Ersatz durch einen Unterzug. Bei geringer Patientenzimmerbreite, die von der vorhandenen Struktur tragender und aussteifender Wände und die vorhandene Fensteranordnung bestimmt wird, ist eine
größere Patientenzimmertiefe für eine entsprechende rollstuhlgerechte Möblierung notwendig. Ein Oberlicht über den Sanitärzellen und Türelementen erhellt die nördliche Gangzone. Diese räumliche Erweiterung
schafft eine luftige Gangzone, die durch die Sanitärkerne strukturiert wird. Die große Raumhöhe der Zimmer erscheint durch die nicht raumhohen Einbauten der Sanitärzellen geringer, das Zimmer wird wohnlicher.
Der Therapiebereich im Gartengeschoss kann zusammen mit der großzügigen Halle des Durchgangs als zusammenhängende
Raumgruppe gesehen werden und ermöglicht im Sommer Veranstaltungen mit Gartenbezug. Die direkte Verbindung zum Garten bringt die Möglichkeit ohne großen Aufwand viele Behandlungen im Freien durchzuführen.
Auftraggeber ist die Stadt Wien. 1. Preis im europaweiten Wettbewerb 1997. Ausführung als Generalplaner. Fertigstellung November 2001
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