Erweiterung Bundesschulzentrum Mistelbach

 

Aufgabe des Wettbewerbes ist die räumliche Entflechtung und Erweiterung des bestehenden Bundesschulzentrums Mistelbach, in dem vier Schultypen, die die Sporthalle der Stadtgemeinde mitbenützen, untergebracht sind. Dies sind das Bundesoberstufenrealgymnasium - Borg, die kaufmännischen Lehranstalten - Bhak / Bhas, die Bundesbildungsanstalt für Kinderpädagogik - Bakip und die Höhere Bundeslehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche Berufe - Hbla / Bfs. 

 

Die kaufmännischen Lehranstalten - Bhak / Bhas werden als flächenmäßig größter Schulteil zusammen mit der Lehrküche der Hbla / Bfs im neuerrichteten Bauteil situiert. Im Bestand wird das Bundesoberstufenrealgymnasium - Borg, die Bundesbildungsanstalt für Kinderpädagogik - Bakip und die Höhere Bundeslehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche Berufe - Hbla / Bfs mit Bedacht auf funktionierende bestehende Unterrichtsräume sanft reorganisiert.

 

Der neue Bauteil wird in kompakter Bauweise parallel zum bestehenden Baukörper anstelle der bestehenden und bisher kaum benützen Tribünenanlage errichtet. Die Verbindung und der Zusammenhalt der Schulen bleibt so erhalten und die notwendigen Verbindungswege werden auch möglichst kurz gehalten. Alle neu errichteten Klassenräume sind ostorientiert. Im Bereich des Verbindungsbauteils befindet sich auch der neue rollstuhlgerechte Lift, der leicht auffindbar ist und alle Bauteile wirtschaftlich optimal versorgt. Der westseitige Erschließungsgang erweitert sich im mittleren Bereich des Neubaus zu einer kleinen kompakten Pausenhalle, die auch dazu dient die Untergeschosse großzügig zu belichten. Zwischen Bestand und Neubau entsteht ein für alle Schüler nutzbarer Schulhof.

 

Die Minimierung des Energieverbrauches erfolgt durch Gebäudeform, Gebäudeorientierung und Einsatz moderner Technologie. Systeme für Wärmeschutz und Wärmegewinn werden kombiniert. Die Nord - Süd Orientierung bietet somit eine einmalige Chance zur Reduzierung der Betriebskosten durch Nutzung der Sonnenenergie. Das Planungsteam hat bereits langjährige Erfahrung in ökonomischer Nutzung von Sonnenenergie. Das Planungsprinzip ist logisch und denkbar einfach, die Wintersonne muss, die Sommersonne darf nicht ins Gebäude scheinen.

 

Die Untergeschosse des Zubaus bestehen aus Stahlbetonwänden aus Dichtbeton, Stahlbetonstützen und punktgelagerten unterzugsfreien Stahlbetondecken. Die Obergeschosse des Zubaus besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion mit Stahlbetonstützen und punktgelagerten unterzugsfreien Stahlbetondecken. Dies ist eine sehr wirtschaftliche Konstruktion die von lokalen Firmen ausgeführt werden kann und in der Raumaufteilung höchste Flexibilität erlaubt. Der momentane und zukünftig veränderbare Zuschnitt der Räume wird so nicht durch Unterzüge eingeschränkt. Der mögliche Raumzuschnitt ist daher sehr flexibel und fast frei wählbar, nur in leichter Abhängigkeit vom gewählten Fassadenraster.

 

Das Lüftungskonzept sucht Lösungen zur CO2-Reduktion in den Unterrichtsräumen. Es ist bekannt, dass hohe CO2 Pegel Beschwerden und Unbehaglichkeitsempfinden hervorrufen, vor allem Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Daher ist geplant, für einen ausreichenden Luftwechsel in den Unterrichtsräumen zu sorgen. Meist wird die Lüftung mittels der Fugenlüftung und der öffenbaren Fenster durchgeführt.Eine spezielle Lüftungsanlage zur CO2-Reduktion wird optional angeboten. Sie könnte durch Berücksichtigung einiger baulicher Maßnahmen auch nachträglich installiert werden. Die technischen Ansätze gehen von folgenden Werten aus: 20 m3/h Außenluft pro Schüler, maximal 1000 ppm CO2 und eine Wärmeabgabe von cirka 80 Watt pro Schüler.