|
Berufsschule für Gärtner und Floristen
Die Idee war die Schaffung eines einfachen, klar strukturierten Baukörpers, der mit Hilfe eines unterirdischen Atriums
mit dem bestehenden Gebäude der MA 42 verbunden ist. Dieses Atrium hilft auch die Vorbereiche zu den Garderoberäume der Berufsschule und der GärtnerInnen natürlich zu belichten und kann als gemeinsamer
Treffpunkt dienen. Die Schule und das bestehende Gärtnergebäude umschließen einen gemeinsamen Vorbereich der vom Norden und vom Süden erschlossen ist.
Im Erdgeschoss befinden sich die Werkstätten der FloristInnen samt dazugehöriger Nebenräume. Die Werkstätten sind
sechsfach teilbar, nordorientiert und daher gleichmäßig belichtet. Ebenfalls im Erdgeschoss sind der Speisesaal, der mit dem Mehrzweckraum verbunden werden kann und die zugehörigen Nebenräume situiert. Vom
Foyer, in dem sich auch ein direkter Abgang zu den Garderoben befindet, hat man Blick in den Turnsaal, der über die Turnsaalgarderoben im Untergeschoss zu betreten ist.
Im Untergeschoss befinden sich die Zentralgarderobe der BerufsschülerInnen, der oben erwähnte Turnsaal samt
Nebenräumen sowie Lager- und Technikbereiche. Die Garderobe der MA42 kann über das Erschließungselement neben dem Gärtnerhaus, über das Gärtnerhaus selbst, über das Foyer der Schule, und vom Garten
kommend über das Atrium und die Schmutzschleuse erreicht werden. Die Garderobe liegt am Verbindungsgang zwischen Schule und Gärtnerhaus. Die natürliche Belichtung der Garderobenvorbereiche wird mit Hilfe
eines Atriums geschaffen.
Im 1. Obergeschoss befinden sich die Räume für LehrerInnen, SchulwartInnen, Nichtlehrpersonal und Direktion. Die
Arbeits- und Aufenthaltsräume der Lehrer liegen zentral und von ihnen aus erreicht man direkt den Bereich der Direktion einerseits und den Besprechungsraum und die Sozialbereiche andererseits. Weiters befinden sich
in diesem Geschoss zwei Klassen samt dazugehörigem Gruppenraum, der Medienraum, der EDV Raum, der Arztraum und die Bibliothek. Der Arztraum wird auch vom Sozialbetreuer benützt. Die Bibliothek ist zweigeschossig
mit einer Galerie. Sie ist sowohl vom Lehrerbereich als auch vom Schülerbereich zu erreichen.
Im 2. Obergeschoss befinden sich sieben Klassen mit dazugehörigen Gruppenräumen, der Laborraum und die Galerie der
Bibliothek. Die Klassen sind so angeordnet, daß sich je zwei Klassen einen Gruppenraum teilen. Zwei Fluchtstiegenhäuser und ein behindertengerechter Lift verbinden es mit den anderen Geschossen. Der Bereich
zwischen den Klassen ist als Pausenbereich gestaltet. Das gläserne Oberlicht des Pausenbereiches über dem 2. Obergeschoss wird auf einer Pergola von Pflanzen außen überwachsen und so im Sommer automatisch
beschattet. Lichtschlitze mit Brandschutzglas belichten den Pausenbereich des 1. Obergeschosses zusätzlich. Eine Treppe führt auch direkt auf die Pausenterrasse des 1. Obergeschosses.
Der Bereich des Daches wird freiluftklassenähnlich als Dachgarten genutzt um die Gärtnerlehrlinge auch in diesem
Bereich auszubilden. Beide Fluchtstiegenhäuser und ein behindertengerechter Lift erschließen dieses Geschoss.
Die Konstruktion des Gebäudes ist mit Stahlbetonstützen aus Schleuderbeton und punktgelagerten Stahlbetondecken
konzipiert. Diese Konstruktion ist kostengünstig, erlaubt kurze Bauzeiten, passt sich ändernden Bedürfnissen an und ermöglicht ein angenehmes Raumklima durch genügend Speichermasse. Ein weiterer Vorteil von
punktgelagerten Stahlbetondecken sind die unterzugsfreien Deckenuntersichten, die die Kosten für abgehängte Decken einsparen helfen und große Freiheit in der Raumaufteilung bieten.
Die Fassade besteht aus Isolierglas- und Paneelelementen mit integrierten Sonnenschutz-lamellen, die durch die Bildung
einer zweiten Schichte die Möglichkeit bieten eine Klimapufferfassade zu schaffen. Die Sonnenschutzlamellen sind ein gestalterisch interessantes Element und klimatechnisch wirksam.
Bewachsenes Haus - das Gebäude kann als Option mit rankenden Pflanzen bewachsen werden, die sich entlang der Fassade
hochziehen und so den Ausgleich für das Verbauen einer Wiese finden.
|